Even though my land is burning
Dokumentarfilm, Deutschland 2016, Regie: Dror Dayan, 76 Minuten

»Even though my land is burning« begleitet einen jungen israelisch-jüdischen Friedensaktivisten über mehrere Jahre bei seinen gemeinsamen Aktionen mit palästinensischen Aktivisten. Der Film behandelt exemplarisch die Anspannung und innere Zerrissenheit der israelischen Linken. Gleichzeitig stellt er einen radikalen Friedensbewegten vor, der auf jeden Fall schon jetzt mehr für die Völkerverständigung getan hat, als die meisten Menschen es in ihrem Leben jemals tun werden. Er ist wie viele mutige Israelis auf seine als »Feinde« bezeichneten Nachbarn zugegangen und kämpft mit ihnen für ihre Rechte. Damit überschreitet er ständig persönliche und gesellschaftliche Grenzen.

"Even Though My Land Is Burning" follows a young Israeli-Jewish peace activist over several years during his joint actions with Palestinian activists, displaying the tension and internal division of the Israeli left in an exemplary way. At the same time the film introduces a radical peace activist who has achieved far more for intercultural understanding than most people do in their whole life. Like many other courageous Israelis, he becomes close to neighbours that are normally seen as enemies, fighting now with them for their rights and thereby constantly transcending personal and social boundaries.

Even though my land is burning

Statement Kino Moviemento

Die Premiere des israelischen Dokumentarfilms »Even though my land is burning« des jüdisch israelischen Regisseurs Dror Dayan am Freitag 04.03. im Berliner Kino Moviemento wurde von Aktivisten_innen der Zionistischen Antifa versucht zu verhindern.

Das Problem der Aktivist_innen war hauptsächlich, dass der Regisseur seine Premiere gemeinsam mit Gruppen beworben hat, die einen Boykott Israels fordern, um Druck auf die israelische Regierung auszuüben, ihre Politik gegenüber den Palästinenser_innen zu verändern.
Der Hintergrund dafür ist, dass die Aktivist_innen das Fortbestehen antisemitischer Einstellungen in Deutschland anprangert und sich für die Erinnerung und die deutsche Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus einsetzt und daraus folgend eine bedingungslose Solidarität mit dem Staat Israel fordert.
Es handelt sich also um Gruppen mit konträren Ansichten, die sich mit dem Israel-Palästina-Konflikt bzw. mit dessen Verhandlung in Deutschland befassen.

Wir lehnen einen Israelboykott ab. Außerdem finden wir, es sollte grundsätzlich keine Form ›bedingungsloser‹ politischer Solidarität unterstützt werden. Kritiklose Solidarität mit palästinensischem Widerstand ist uns ebenso suspekt wie eine kritiklose Unterstützung des Staates Israel.

Wir sind der Meinung, dass es einem israelischen Filmemacher möglich gemacht werden sollte, mit einem Film in der von ihm gewählten Form über die Politik seines Landes zu informieren und darüber zu diskutieren. Wir sind der Auffassung, dass der Film eine interessante Perspektive auf den Nahostkonflikt wiedergibt, nämlich die der gemeinsamen Aktion von Israelis und Palästinenser_innen, die sich in der herkömmlichen Erzählung des Nahostkonflikts feindlich gegenüberstehen.

Das Moviemento ist bekannt als Heimat vieler Festivals und zeigt oft und bewusst künstlerisch und auch politisch kontroverse Filme, mit denen sich das Publikum beschäftigen und darüber diskutieren kann.

Es ist uns ein Anliegen einen Raum für demokratischen Dialog zu schaffen.